Båstnäs

Mittelschweden, ein Ort nahe der norwegischen Grenze. Ein Ort, den man nicht zufällig im vorbeifahren entdeckt. Viel zu abgelegen in den Weiten der schwedischen Wälder. Ein unwirklicher Ort. Nach dem Krieg haben hier die Brüder Ivansson eine Werkstatt gegründet,  Autos demontiert und die Teile nach Norwegen exportiert. So umging man Einfuhrverbote und Importzölle. Die Einzelteile wurden in Norwegen dann wieder zu funktionierenden Autos zusammengeschraubt.  Diese clevere Geschäftsidee lohnte sich offenbar bis 1986. Da haben die Brüder die Werkstatt geschlossen. Aber auch in den Jahren danach wurden weiterhin Autowracks hier abgestellt. Es sollen wohl über 1.000 sein. Nachzählen ist allerdings unmöglich.

Der Besucherandrang ist enorm, man muss froh sein, wenn man noch einen halbwegs annehmbaren Parkplatz am Straßenrand findet. Die Straße ist schmal und die Wohnmobile – viele mit deutschem Kennzeichen – sind groß und breit. Morgens um 8 Uhr ist man noch allein hier. Und das parken und fotografieren ist kein Problem. Für Fotografen herrscht hier die totale Reizüberflutung. Ich habe hier in 6 Stunden ca. 800 Fotos gemacht, die natürlich alle nachbearbeitet werden müssen. 

Die Witterung setzt den Autowracks mächtig zu, ich bin sicher, dass es hier vor ein paar Jahren noch ganz anders ausgesehen hat. Und in weiteren 5 Jahren werden noch mehr Autos komplett zugewuchert sein.

In Deutschland ist ein solcher Autofriedhof völlig undenkbar. Bei keinem der hier abgestellten Fahrzeuge wurden die Betriebsstoffe abgelassen. Inzwischen sind sie abgelassen. Alles ist im Erdreich versickert, der Waldboden kontaminiert, aber er scheint damit klar zu kommen. 

Und so wird Sonne,  Wind, Wetter, Regen, Schnee, Frost von oben und der Wald mit seinen Gewächsen von unten diesem höchst interessanten Spot den Garaus machen. 

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